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D-Mail ersetzt keine elektronische Signatur

(13.02.2009)

E-Mails sind heute zum Massenkommunikationsmittel geworden, das privat ebenso selbstverständlich genutzt wird wie in der Kommunikation mit Behörden und Geschäftspartnern. Doch die Grenzen des Mediums sind ebenso präsent: SPAM- und Phishing-Aktionen verschleiern Absenderidentitäten und zeigen die Unsicherheiten im E-Mail-Verkehr auf.

Für eine sichere und verlässliche Kommunikation hat die Bundesregierung im Rahmen ihres E-Governmentprogramm 2.0 daher das Projekt Bürgerportale mit den sogenannten D-Mail-Accounts ins Leben gerufen. Ab 2010 soll damit ein verlässlicher elektronischer Kommunikationsraum zwischen registrierten Nutzern geschaffen werden. Doch die qualifizierte elektronische Signatur wird damit keineswegs überflüssig.

D-Mail und die zugehörigen Dienste sollen hohe Anforderungen an eine sichere Kommunikation erfüllen. Im wesentlichen sind folgende Merkmale geplant:

  • Diensteanbieter sollen in einem Zertifizierungsverfahren nachweisen, dass sie ein hohes Niveau an Datensicherheit sowie Daten- und Verbraucherschutz bieten.
  • D-Mail-Adressen sollen an einer speziellen Extension erkennbar sein, z.B. markus.meier@web.zertIT.de oder stefan.schmidt@t-online.zertIT.de
  • Hinter jeder D-Mail-Adresse soll eindeutig eine natürliche oder juristische Person stehen, deren Identität z.B. im Falle eines Rechtsstreits vom Diensteanbieter aufgedeckt werden kann.
  • Versand- und Zustellnachweise sollen die Verbindlichkeit der Kommunikation erhöhen.

Der D-Mail-Nachrichtenversand soll die E-Mail-Kommunikation also verlässlicher machen. Doch er wird nicht automatisch die Anforderung abdecken, rechtsverbindliche Willenserklärungen mit gesetzlich anerkannter persönlicher Unterschrift abzugeben. Dazu bleibt die qualifizierte elektronische Signatur maßgeblich. Anhand folgender Punkte lassen sich die Funktonalitäten von D-Mail-Kommunikation einerseits und qualifizierter elektronischer Signatur andererseits unterscheiden:

  • D-Mail-Accounts sollen auch für juristische Personen ausgestellt werden können. Eine qualifizierte elektronische Signatur ist dagegen im Sinne einer persönlichen Willenserklärung immer an einen Menschen gebunden.
  • D-Mail wird lediglich die E-Mail-Kommunikation absichern. Wenn es darum geht, elektronische Formulare o.ä. per Webanwendung online auszutauschen, hilft das Konzept nicht zur Absicherung.
  • Das rechtsverbindliche Unterschreiben bleibt nach wie vor ein bewusster Akt, indem man einen bestimmten Nachrichteninhalt inklusive des „Kleingedruckten“ genau durchliest und dann bewusst unterschreibt – entweder per Papier mit seiner handschriftlichen Unterschrift oder elektronisch durch Benutzung der persönlichen Signaturchipkarte und Eingabe des PIN-Codes.

Fazit: D-Mail-Accounts werden berechtigte Sicherheitsbedürfnisse bei der E-Mail-Kommunikation erfüllen können, sofern sie ab dem nächsten Jahr eingeführt werden. Demgegenüber bietet die qualifizierte Signatur in rechtlicher, technischer und anwendungsbezogener Hinsicht eine deutlich höhere Sicherheit, die zumal dann ohne Alternative bleibt, wenn von Gesetzes wegen eine rechtsverbindliche Unterschrift gefordert ist.

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