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Elektronische Sachverständigen-Gutachten: Schnell, sicher, rechtsverbindlich

(16.10.2018)

Mit einer persönlichen IHK-Signaturkarte können öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige ihre Gutachten rechtsverbindlich in elektronischer Form vorlegen und so Zeit und Aufwand sparen: Handschriftliche Unterschrift und Rundstempel auf Papierbergen werden durch die elektronische Sachverständigen-Signatur auf einer Datei ersetzt.

Ab November führen zahlreiche IHKs den Service „Sachverständigen-Signatur“ ein. Die Sachverständigen können davon insbesondere in der Kommunikation mit der Justiz profitieren, sofern die jeweiligen Justizbehörden auf den Empfang vorbereitet sind. Die rechtlichen Voraussetzungen sind durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), die Zivilprozessordnung (ZPO) und weitere Gesetze und Verordnungen gegeben.

Seitdem im September 2018 das Besondere elektronische Anwaltspostfach („BeA“) den Betrieb wieder aufgenommen hat, ist der Trend zur Digitalisierung bei Gericht gestiegen: So werden der elektronische Rechtsverkehr und die elektronische Aktenführung („eAkte“) immer bedeutender. Für die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, die ihre Gutachten bei Gericht vorlegen, bietet sich durch den Digitalisierungsschwung die Chance zur komfortableren papierlosen Kommunikation: Voluminöse Ausdrucke, teils in mehrfacher Ausfertigung und mit farbigen Bildern, sind nicht mehr erforderlich. Scheiterte die elektronische Form früher daran, dass der Sachverständige die Gutachten nicht rechtsverbindlich unterschreiben und mit seinem Rundstempel versehen konnte, so wird diese Hürde durch die IHK-Sachverständigen-Signatur genommen.

Die qualifizierte elektronische Signatur ist der Unterschrift von Hand rechtlich gleichgestellt und bereits in vielen Fachverfahren im Einsatz. Für die spezielle Sachverständigen-Signaturkarte, die die IHKs derzeit in Kooperation mit der D-TRUST GmbH und der DE-CODA GmbH einführen, wird als Zusatzinformation die Sachverständigen-Tätigkeit beglaubigt übermittelt. Neben dem Namen des Sachverständigen gehen aus der Signaturkarte der Bestellungstenor und die Bestellungskörperschaft hervor. Diese Angaben entsprechen dem Rundstempel des Sachverständigen. Die IHK als bestellende Körperschaft muss zu diesem Zweck bei der Signaturbeantragung die Angaben bestätigen. Sie erhält auch die Möglichkeit, die Sachverständigen-Signaturkarte zu sperren, wenn die Bestellung erlischt.

Nachdem im Frühjahr 2018 die IHK München mit mehreren öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen das Verfahren erfolgreich pilotiert hat, werden nun München und sukzessive weitere IHKs ab November die IHK-Signaturkarte für Sachverständige offiziell anbieten. In diesem Zuge übernehmen die IHKs vor Ort die persönliche Identifizierung des Sachverständigen, die für die Beantragung einer qualifizierten elektronischen Signatur zwingend vorgeschrieben ist.

Der Preis für die Sachverständigen-Signaturkarte (Erstkarte) bei IHK-Beantragung beträgt 175,00 € incl. MwSt. Voraussichtlich ab November wird der Sachverständigen-Signaturantrag auch per PostIdent-Verfahren zum Preis von 189,21 € incl. MwSt, zur Verfügung stehen. Hinzu kommen die Anschaffung eines Kartenlesegeräts mit eigenem Tastenfeld und einer Anwendungssoftware zur Signierung von Dateien. Entsprechende Produktinformationen können bei der DE-CODA GmbH angefordert werden.

 

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