Seit dem 01.04.2010 sind in Deutschland Abfallerzeuger, Beförderer und Abfallentsorger bei der Entsorgung gefährlicher Abfälle verpflichtet, ihre Nachweise elektronisch zu führen. Die Unterschriften unter die Nachweisdokumente über eine umweltgerechte Entsorgung haben die Verfahrensbeteiligten nicht mehr händisch zu führen, sondern mit Hilfe einer persönlichen Signaturkarte elektronisch zu leisten.
Mit über 28.000 Betriebsstätten (Rollen) hat sich das Gros der Unternehmen bereits bei der Zentralen Koordinierungsstelle, der ZKS-Abfall, für das elektronische Verfahren registriert. Die ZKS-Abfall ist die zentrale Datendrehscheibe für die elektronische Kommunikation der beteiligten Unternehmen und wird von den 16 Bundesländern unterhalten. Im April 2010 wurden bereits ca. 420.000 Begleitscheine und im Mai ca. 615.000 Begleitscheine über die ZKS-Abfall zwischen Abfallerzeugern, Beförderern und Abfallentsorgern elektronisch ausgetauscht oder an die zuständige Behörde versandt.
Bei der Einführung eines neuen EDV-Projektes in dieser Größenordnung mit bundesweiter Gültigkeit ist jedoch immer mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu rechnen. Auch das eANV bleibt hiervon nicht verschont. So führte der Ansturm zum Stichtag 01. April zu Engpässen bei der Registrierung und bei der Nutzung des Web-Portals Länder eANV. Softwarelösungen zum eANV werden mittlerweile von fast 50 verschiedenen Herstellern angeboten. Hier haben die Unternehmen die Wahl, sich für das passende Produkt zu entscheiden. Die bisherige Erfahrung zeigt jedoch, dass Umfang und Qualität der Lösungen sehr unterschiedlich sind.
Die Länder bieten mit ihrem Länder-eANV eine kostenfreie Lösung für die Unternehmen an, die wenige Nachweisdokumente im Jahr zu führen haben. Zurzeit haben sich über 5.400 Betriebe für die Nutzung des Länder-eANV entschieden.Für die Beantwortung von Fragen rund um das eANV und das Webportal Länder-eANV steht das Service-Helpdesk der Länder unter 01805 / 04 2010 (ecotel, 14 Cent/min a.d. Festnetz, max 42 Cent/min. aus dem Mobilfunk) und support@zks-abfall.de gern zur Verfügung. Das Service-Helpdesk hat bereits über 12.000 Anfragen beantwortet.
Die Einführung des eANV stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Für die reibungslose Umsetzung bedarf es sowohl fachlichen als auch technischen Know Hows sowie Augenmaß und Pragmatismus aller Beteiligten in der Einführungszeit.
Quelle:
GOES mbH / IKA
im Auftrag der Länderarbeitsgruppe GADSYS
InformationsKoordinierende Stelle Abfall DV-Systeme
Saalestraße 8
24539 Neumünster